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Lesung von Didi Drobna am BRG 18

Didi Drobna ist eine erfolgreiche österreichische Schriftstellerin beim renommierten deutschen Piper-Verlag – sie ist aber auch eine „Ehemalige“ der Schopenhauerstraße (Maturajahrgang 2006). Am Freitag, den 16. Oktober, wird sie in der dritten und vierten Stunde am BRG 18 aus ihrem neuen autofiktionalen Roman Ostblockherz vor Schülerinnen und Schülern der sechsten bis achten Klassen lesen.

Als kleines Kind ist sie mit ihren Eltern aus der Slowakei nach Österreich migriert. Der Roman handelt davon, wie sie und ihre Eltern sich aus Gewohnheiten, die sie in der kommunistischen Tschechoslowakei gepflegt haben, an neue im kapitalistischen Österreich anpassen mussten. Praktisch alles war anders und das Gesundheitswesen für ihren Vater eine Herausforderung.

Die verkehrte Welt wird auch an den Lebensumständen geschildert. Der Vater war in der Tschechoslowakei Flugzeugingenieur, die Mutter Wirtschaftswissenschafterin. Beide verdienten jedoch weniger als ihre Tochter in Wien als Café-Kellnerin (Lohn und Trinkgeld). Das Materielle war der Anstoß, nach Österreich zu gehen, und vor allem die Sicherung einer akzeptablen Zukunft der Tochter. Für die Eltern war es jedoch ein sozialer Absturz. Der Flugzeugingenieur bekommt in Wien nicht mal einen Job als Paketausträger, da er die Sprache nicht kann. Die Wirtschaftswissenschafterin verdient ihr Geld in einer Putzkolonne.

Drobna erzählt aus zwei zeitlichen Perspektiven. Aus dem „Damals“, der Sicht eines kleinen Kindes, und aus dem „Heute“, der Sicht einer erwachsenen jungen Frau. Sie zeigt auch, wie sich Eltern und Kind entfremden. Mit dem Kunstgriff der doppelten zeitlichen Perspektive ermöglicht der Roman Einblick in zwei Denkwelten, die fesseln.

Text: Mag. Markus Huber

Bild: Piper-Verlag (Umschlag)