Ab ins kühle Nass! – Ökowoche Pula 2016

Unsere kleine Abenteuerreise begann am Sonntag, den 11.09 und sollte bis zum Freitag, den 16.09 dauern. Unsere Begleitlehrerinnen waren Frau Mag. Hickel und Frau Mag. Gridling. Untergebracht waren wir in kleineren Wohnanlagen, welche direkt am Strand lagen – ein wirklich perfekter Platz. Und sogar das Wetter lies uns nicht im Stich – wir hatten fünf Tage lang puren Sonnenschein! Ziel dieser Woche war es, viele neue Informationen über das Mittelmeer und deren tierische Bewohner zu bekommen.

Sonntagmorgen trafen wir uns gemeinsam um 9 Uhr und stiegen dann in den Bus ein. Die Fahrt nach Pula über Graz, Ljubljana und östlich an Triest vorbei  dauerte über 8 Stunden, denn das waren dann doch fast 700 km. Doch uns wurde nicht langweilig, denn wir saßen in einem recht komfortablen Reisebus und hatten dazu einen lustigen Busfahrer. Zusätzlich konnten wir uns unterhalten und auch, wenn es nötig war, schlafen. Dann kamen wir um 18 Uhr leicht erledigt in Pula an und erhielten, mit Blick auf die schöne Bucht, eine kurze Einführung in all das, von den dort arbeitenden Studenten, was uns die nächsten fünf Tage begleiten sollte. Das darauf folgende „Ins Wasser gehen“ konnte sich keiner verkneifen und so kam es, dass wir alle schon am Tag der Ankunft im Wasser waren.

Der darauf folgende Tag begann mit einem Frühstück bei aufgehender Sonne, das wir dadurch umso mehr genießen konnten. Daraufhin ging es für uns dann zur Meeresschule – diese lag nur ein paar hundert Meter von unserer Unterkunft entfernt. Dort wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und erhielten unsere Schnorcheleinführung. Dabei begannen wir auch schon das Meer ein klein wenig zu erkunden. Zur Mittagszeit erhielten wir dann eine äußerst ausgiebige „Jumbo-Pizza“, die wir alle relativ schnell aufaßen. Der Nachmittag war diesmal mit Theorie ausgestattet – wir saßen mit unseren jeweiligen Klassen in einem Raum und lernten dort über das Mittelmeer, dessen Entstehung, Bewohner und vieles mehr. Am Abend unternahmen wir einen kleinen Ausflug zu einem Kap, bestehend aus Felsen, von dem aus wir den Sonnenuntergang und sogar einen Delphin beobachten konnten. Aber da diese fantastische Sonnenstimmung nicht nur uns, sondern auch Gelsen gefiel, wäre der Abend fast zu einem „Blutsaugmassaker“ geworden und wir entschieden uns ein anderes Mal wieder zu kommen.

Am Dienstag beschäftigten wir uns mit den Themen „Fischfamilien“ und der Felsenküste. Während wir am Vormittag in kleinen Gruppen schnorchelten um Fische zu beobachten und diese dann vor allen zu präsentieren, gingen wir am Nachmittag in Richtung Felsenküste. Dort angelangt vermaßen wir jene, beobachteten verschiedenste Tierchen, die auf der Felsenküste leben und präsentierten dann ebenfalls kurz unsere Ergebnisse. Danach ging es wieder zurück in die Hütten, wo wir uns umkleiden und für den Abend bereit machen konnten – da es aber nur eine Dusche für 4 Zimmer gab dauerte das immer ein wenig. Das Abendprogramm gestaltete sich diesmal anders: wir unternahmen einen Ausflug in die Innenstadt Pulas. Nach einigen interessanten Vorträgen über Pula (die von Schülern gehalten wurden), wie zum Beispiel über die K.u.K. Kriegsmarine in Pula, oder auch das Amphitheater, waren wir „frei“ und durften uns in Pula mindestens zu fünft überall hinbewegen, wo wir hinwollten – es wurde ein kulinarischer Abend. Wir gingen in einer großen Gruppe essen und genossen den Abend, gefüllt mit lustiger Unterhaltung.

Bevor ich es vergesse – noch einige kurze Informationen über Pula:  Die Gründung der Stadt durch die Römer erfolgte bereits 177 v.Chr., doch schon im 10. Jahrhundert v.Chr. gab es dort eine erste Besiedlung. Römische Bauten sieht man auch heute noch, so z.B. das  imposante Amphitheater. Die Stadt zählt  ca. 65.000 Einwohner und lebt hauptsächlich vom Tourismus und der Fischerei.  Ihr Hafen war im 1. Weltkrieg ein strategisch wichtiger Stützpunkt für die oesterreichische  k.u.k.  Kriegsmarine mit ihren Kreuzern und sogar Schlachtschiffen.

Der darauf folgende Tag wurde nun besonders spannend. Wir frühstückten, diesmal inzwischen weniger überraschend, bei strahlender Sonne und einem wolkenlosem Himmel. Nach Theorie Stunden am Vormittag, bei denen wir über die Meerestiere an der Küste lernten, machten wir uns nach einem aus Nudeln und Sauce bestehenden Mittagessen bereit für das Hineinschnorcheln in eine kleine, mit Meerwasser gefüllte Schucht. Als wir mit unseren Motorbooten beim Ziel angekommen waren machten sprangen wir gleichzeitig ins Wasser, schwommen in die Schlucht und beobachteten viele kleine Lebewesen, die uns ohne der Theorie nie aufgefallen wären. Wir schwammen im Wasser während uns unsere Gruppenführer – Studenten die in der Meeresschule ein Praktikum machen – alle wichtigen Dinge über jene Meerestiere erzählten. Lustig wurde es vor allem dann, als eine große Qualle auftauchte und wir alle versuchten ihr in der kleinen Meerenge auszuweichen – es war nicht einmal so leicht. Den Abend bildete ein weiterer Ausflug zum Kliff – diesmal aber gerüstet gegen Gelsen und deshalb schafften wir es dort zwei weitere gemütliche Abendstunden zu verbringen. Dort aßen wir unser, bei einem Supermarkt eingekauftes, Abendessen und beobachteten die untergehende Sonne – diesmal aber keine Delphine. Zusätzlich wurde uns eine kleine Show aus zwei etwas „verrückten“ Kroaten geboten, die vor uns ins Wasser sprangen.

Unser letzter wirklicher Tag in Pula war der Donnerstag. Heute hatten wir unser größtes Ziel vor Augen: eine Höhle, etwas abgelegen von unserer Herberge. Mit Booten erreichten wir den Zielort und bauten dort unser „Basislager“ auf. Nachdem wir uns eine halbe Stunde ausgeruht hatten, schnorchelten wir dann in diese hinein. Sehen konnten wir unglaublich viele verschiedene Tiere – beginnend bei Anemonen, endend bei Pilzen und Krebsen, die sich je nach Lichteinstrahlung an den verschiedensten Winkeln in der Höhle platziert hatten. Nachdem wir ungefähr eine Stunde im Halbdunkeln verbracht hatten gelangen wir in den innersten Bereich: ein kleiner Kiesstrand, ganz im Dunkeln – es war ein äußerst mulmiges Gefühl dort zu stehen. Danach schwammen wir wieder hinaus, um dann am Nachmittag ein letztes gemeinsames Schnorcheln mit unseren „Tutoren“ zu verbringen, bei dem wir praktisch alles an unserem neu angeeignetem wissen ausprobieren konnten. Am Abend unternahmen wir einen weiteren Ausflug in die Innenstadt Pulas – diesmal ohne Präsentationen. Deshalb gingen wir zu vierzehnt zum selben Restaurant, bei dem wir schon das letze mal waren und wiederholten unsere kleine Tradition – nun aber mit „etwas mehr“ Freunden.

Und so schnell war die Woche auch schon vergangen. Der Freitag stand vor der Tür und wir stiegen, nach unserem kleinen Frühstück um acht Uhr ohne Zwischenfällen in unseren Reisebus ein und fuhren wieder acht Stunden zurück nach Wien.

Aus meiner Sicht war Pula eine Erfahrung der neuen Art. Solche Eindrücke in die Unterwasserwelt wurden mir bis jetzt außerhalb der Schule noch nie geboten. Die Unterkunft war zwar nicht die feinste, schlafen konnte man dort aber gemütlich und zum ersten mal hatte man genug Platz. Dafür war das Areal rundherum genial – die Meeresschule war nicht weit entfernt, die ganze Zeit waren kaum Autos zu sehen und man fühlte sich fast wie in einem kleinen Erholungsurlaub in der Natur. Die Tutoren der Meerschule waren alle sehr nett und konnten uns, da sie ihre Themengebiete wirklich interessant herüberbrachten, viel an neuen Eindrücken ermöglichen. Für mich war Pula sehr aufregend und lustig, und vor allem mit Freunden eine Reise die ich gerne wieder unternehmen würde.

LEONARD SCHWIE

GER, 7B