2016 Sicheres Internet – für alle

Sie nutzen Facebook? Sie haben von WhatsApp gehört? Ja? Dann sind Sie – so wie ich – am akuellsten Stand der Dinge in den sogenannten sozialen Netzwerken.

Wirklich am aktuellsten Stand?

Es gibt SnapChat. Snap … was?

Und Musical.ly Ja! Das kenne ich. Letztes Jahr war ich in einem. Oder … ist das was anderes?

Dass die Welt der sozialen Netzwerke sich ständig ändert und dass Kinder wie Jugendliche die neuesten Trends lange vor uns Erwachsenen kennenlernen und nutzen, davon konnten wir uns am 16. November wieder überzeugen, als Frau DI Barbara Buchegger von der Initiative Saferinternet.at bei unserer traditionellen biennalen Veranstaltung für Eltern mit dem Thema “Sicheres Internet“ zu Gast war.

Zu diesem Abend durften wir bei regnerischem Wetter nicht nur 80 Gäste begrüßen, sondern auch ein Team des ORF, das unsere Veranstaltung für einen Beitrag unter dem Titel “Gewaltvideos und Cybermobbing – das Netz vergisst nicht“ filmte, der am 21. November im Magazin “Thema“ ausgestrahlt wurde.

Zunächst wurden die neuesten Trends der Welt der sozialen Medien angesprochen und wir (Erwachsene) fanden heraus, dass wir eigentlich nicht mehr am Puls der Zeit sind.

SnapChat zum Beispiel ist ein Instant Messenger (ein Nachrichten-Programm so wie früher ICQ), nur dass damit nicht mehr Text, sondern Bilder und Videos übermittelt werden. Kinder und Jugendliche nutzen es sehr häufig, und es obliegt uns Erwachsenen, die Kinder zu sensibilisieren, welche Bilder und welche Videoclips sie an ihre FreundInnen und “FreundInnen“ schicken. Denn genutzt wird diese App.

Musical.ly: der neueste Trend der Selbstdarstellungs-Apps. Das Konzept ist einfach: zu Musik wird getanzt, das Tanzen wird als Selfie-Video aufgenommen und hochgeladen. Ein absoluter Renner bei Mädchen im vor- und frühpubertären Alter. Mädchen ist in … oder out. Die Miete kostet 10 Euro im Monat, die Eltern wissen nicht, wie sich das Kind präsentiert, und ob die Lizenzgebühren für die Musik abgedeckt sind oder nicht … wer weiß das schon. Eine Mega-Entscheidung für Eltern.

Aber nicht nur um neue soziale Netzwerke ging es oder darum, dass eine zweiminütige Nichtantwort auf eine Sprachnachricht zu einem Vertrauensverlust führen kann (Zeitspannen bei Kinder sind andere als für Erwachsene), sondern um die Gefahren, die im Internet lauern. Von realen Menschen. Zum Beispiel von Erwachsenen, die sich in Kindernetzwerken als Kinder ausgeben.

Nur … wie werden solche Menschen enttarnt? Dass dies eigentlich nur Kinder selbst können, war hochinteressant. Denn: Kinder wissen von ihrer Lebenswelt sehr viele Details, das können Kinder nicht. Der Ratschlag: wenn einem Kind eine Person verdächtig vorkommt, soll sie diese ausfragen und sie wird auf für sie nicht verständliches Nichtwissen treffen.

Erinnert sich noch wer? Als wir das Leben von Mitgliedern der 25 Lieblingsbands auswendig wussten? Oder als wir die Spielgeschichte aller Spieler unserer 10 Lieblingsfußballvereine auswendig kannten? Richtig! Wir waren Kinder. Genauso ist es noch heute.

Und dann, wenn sich der Verdacht erhärtet, sind wir Erwachsene gefragt, wie Kinder nun handeln sollen (Kontaktabbruch) oder ob gar wir handeln müssen. Denn eines haben wir Erwachsene Kindern voraus: die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.

Und falls professioneller Rat oder schnelle Hilfe nötig ist:

https://www.saferinternet.at/fuer-eltern (Ratschläge für Eltern)
http://www.rataufdraht.at (mit der Notrufnummer 147 für Eltern und Kinder)
https://www.stopline.at/home (die Anlaufstelle bei Verdacht auf Kinderpornographie)
http://www.ombudsmann.at (bei finanzieller Abzocke)

Und falls Ihr Kind unbedingt einen Kettenbrief weitersenden will, da sonst was ganz Schlimmes passiert, Saferinternet.at hat ein Kettenbrief-Telefon: 0660/213 54 23. Einfach den Kettenbrief dorthin senden, dort lesen ihn mindestens 20 Personen. Das beruhigt und ist besser, als ihn an 10 oder mehr echte FreundInnen zu versenden, die auch in Angst und Schrecken versetzt werden.

Vielen Dank an alle Beteiligten für diesen informativen und diskussionsreichen Abend!

Mag. Markus Huber

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