Lange Nacht der Forschung 2008

Home / Projekte / Lange Nacht der Forschung 2008

Zur Vorgeschichte

Der Stammzellenforscher Dr. Johann Meinhart hat 2005 die Idee sich mit einer OP-Übertragung für die LNdF anzumelden, das KH Hietzing (vormals Lainz) hat jedoch nicht die technischen Voraussetzungen und Geräte hierfür. Über einen Arzt, dessen Kinder das BRG 18 besuchen, wird so die Zusammenarbeit mit der Unverbindlichen Übung und dem ermöglicht!

Lange Nacht der Forschung 2005

Eine kleine Gruppe des RG18-Technik-Teams überträgt die Herzoperation in einen kleinen Seminarraum 2 Stockwerke unterhalb des Operationssaales. Auf Grund des großen Interesses platzt der für max. 30 Personen konzipierte Raum rasch aus allen Nähten und ein Schichtbetrieb für die Besucher wird eingerichtet.

Lange Nacht der Forschung 2008lnf08_7-003.jpg

Auch diesmal möchte das KH Hietzing mit einer Live-Herzoperation teilnehmen, allerdings nur dann, wenn das BRG 18-Team unter Leitung von Mag. Eipeldauer und Mag. Bineder erneut die technischen Voraussetzungen und Aufgaben übernehmen!

Im Sommer

Bewerbung des KH Hietzing für die LNdF 2008 und positive Entscheidung der Jury für das Projekt.

Lokalaugenschein im Septemberlnf08_3-017.jpg

Auf Grund des massiven Platzmangels 2005 soll die Übertragung nun in einen größeren Raum erfolgen, doch der vorgesehene Mehrzweckraum befindet sich nicht nur in einem anderen Trakt des Krankenhauses, er ist auch ca. 250 m vom Operationssaal entfernt. Dies stellt das RG18-Technik-Team vor eine neue Herausforderung: neue Kabelwege werden erkundet und die technische Machbarkeit überprüft.

Im Oktober

Notwendiges Equipment wird angeschafft bzw. ausgeborgt, der technische Aufbau und der Ablauf wird geplant, die Vorhaben werden mit dem OP-Team und der OP-Leitung abgestimmt.

Freitag, 7. November 9:00lnf08_5-031.jpg

Das RG18-Technik-Team trifft sich zur Vorbereitung auf ihren großen Einsatz. Der Ablauf im KH Hietzing wird detailliert geplant, letzte technische Proben und Test werden durchgeführt und anschließend wird die benötigte technische Ausrüstung zusammengetragen und in Kisten für den Transport verpackt. Gegen 17:00 stapeln sich unzählige Kisten in EDV-NMB.

Samstag, 8. November

7:45: Treffpunkt Schule, kurze Einsatzbesprechung, Verladen des Materials in einen angemieteten Transporter, Abfahrt zum KH Hietzinglnf08_6-078.jpg

ca. 9:00: Eintreffen im KH, Ausladen des Equipments, Besichtigung der Räume

ca. 9:30: Beginn der Aufbauarbeiten an mehreren Stellen gleichzeitig und Verlegung der Kabel

ca. 11:45: Die ersten Signale können bereits übertragen werden, doch manches technische Problem sorgt noch für Spannung.

14:00: Die Übertragungsleitungen funktionieren ohne Probleme, Mittagspause.

15:45: Zurück im KH, Aufräumen der Arbeitsplätze, die ersten Besucher sind schon vor Ort, Anbringen der Wegbeleuchtung zum Mehrzwecksaal, der Patient wird für den Eingriff vorbereitet.lnf08_7-055.jpg

18:00: Der Mehrzweckraum ist mit ca. 150 Besuchern überfüllt, auch im Seminarraum ist kein Sessel mehr frei, Dr. Michael Gorlitzer (Chirurg und Moderator des Abends) begrüßt die Gäste, erklärt kurz den geplanten Eingriff (Austausch einer Herzklappe und Legung eines Bypasses).

18:15: Prim. Doz. Dr. Martin Grabenwöger (Abteilungsvorstand) beginnt mit der Operation, das Publikum verfolgt via Videoleitung live jeden Handgriff und hat die Möglichkeit via Tonleitung Fragen direkt an den Operateur zu stellen. Dieser erklärt während der ganzen Operation jeden einzelnen Schritt und Fachbegriff in einer auch für Nichtmediziner verständlichen Form.

Im Intervall von jeweils 30 Minuten werden mit Bussen immer mehr Interessenten gebracht, diese stehen am Gang vor dem Saal und verfolgen akustisch den Eingriff. Die Besucher werden immer wieder ersucht, für Neuangekommene ihren Platz frei zu machen, damit alle Interessenten zumindest einen Teil der Operation verfolgen können.lnf08_6-243.jpg

22:30: Die Operation ist gut verlaufen, Dr. Grabenwöger kommt in den Mehrzweckraum und beantwortet persönlich Fragen des Publikums. An Hand der Videoaufzeichnung kommentiert nun Dr. Grabenwöger nochmals den Eingriff, so dass bis zum Ende der “Langen Nacht der Forschung” die OP ein zweites Mal im “Schnelldurchlauf” betrachtet werden kann.

In der Zwischenzeit beginnen für das RG18-Technik-Team die Abbauarbeiten im OP-Bereich und im Seminarraum, die langen Kabel werden wieder eingerollt und verstaut.

24:00: Offizielles Ende der “Langen Nacht der Forschung”, die Besucher verlassen das KH, die Mediziner bedanken sich für die tolle Leistung des RG18-Teams und verabschieden sich. Nun kann auch die technische Ausstattung im Mehrzwecksaal abgebaut werden. Alles wird wieder in Kisten verpackt und verladen.lnf08_7-119.jpg

01:06: Das RG18-Team verlässt das Krankenhausgelände und fährt Richtung Schule. Dort werden wieder alle Kisten ausgeladen und EDV-NMB zwischengelagert. Das Aufräumen erfolgt später ….

02:00: Das Technik-Team verlässt erschöpft und müde, aber glücklich über die erfolgreiche Übertragung die Schule.

Einige Wortmeldungen zum Projekt:

Besucherin: “Das ist aber nicht live, das kommt von Band!”

Mag. Eipeldauer: “Spannend war es zu sehen, wie sehr es die SchülerInnen an ihre Grenzen gebracht hat, denn ein Fehler in der Schule ist für sie selbst leichter zu verarbeiten. Sie empfanden die OP-Übertragung wie ein Auswärtsspiel im Fußball, wo Fehler viel größere Auswirkungen haben können.”

Mag. Bineder: “Es ist großartig zu sehen, mit welchem Einsatz sich die SchülerInnen in ihrer Freizeit an einem solchen Projekt beteiligen, im Team zusammen arbeiten und Verantwortung übernehmen.

Dr. Meinhart: “Das habt ihr wieder großartig gemacht, es ist toll, was die Schüler leisten. CNN kann es auch nicht besser!

Karin Slavik (per E-Mail): “Bei der Veranstaltung zum Tag der Forschung im KH Hietzing durfte ich die “Technik” Ihrer Schule bei der Arbeit beobachten. Es war eine Freude, so viele engagierte, kompetente SchülerInnen zu erleben. Dadurch konnte für mich diese perfekt gemachte Übertragung aus dem OP so richtig als “Samstags-Highlight” empfunden werden. Was da an Vorbereitungsarbeit und Einsatz aller Beteiligten dahinter verborgen ist, um so ein gutes Ergebnis zu erzielen, kann ich nur erahnen. Danke allen Beteiligten!

Mag. Michalek: “Zuerst dachte ich mir, ob das etwas für mich sein wird. Auch mein Mann war von meinem “blutrünstigen” Samstagabendprogrammvorschlag nicht gerade begeistert. Doch es war spannender als ein guter Krimi, informativer als eine Dokumentationssendung im Fernsehen und überhaupt nicht grausig!
Und dass ich auf “mein” Team mächtig stolz bin, versteht sich von selber!!!”

Pressemeldungen:

Bezirks Journal wien nord 48/2008