Projekt XChange (Rotes Kreuz) – Besuch von Sohail Karimi am 23.2.2017

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Ein gemeinsamer Text der Kinder der 1A

Was haben wir gehört / gesehen / gelernt?

Ich habe die coolste Tabla-Musik der Welt gehört! Und ich habe gesehen, wie es Sohail Spaß gemacht hat für uns zu spielen.

Sohail kommt aus Afghanistan und ist 25 Jahre alt. Er hat früher als Englisch-Dolmetscher für das Militär gearbeitet und Kontakt mit Amerikanern gehabt, deshalb musste er dann flüchten. Er hat sehr viel Geld und drei Monate für seine Flucht nach Österreich gebraucht. Das hat mich sehr schockiert! Er hat 5 Tage und 5 Nächte im Wald zwischen Serbien und Ungarn verbracht. Ich habe gemerkt, wie still es in der Klasse war, als er seine Geschichte erzählt hat. Seine Eltern sind noch dort und zu alt für eine Flucht. Ich habe gefühlt, dass es nicht leicht ist so dazusitzen und zu lächeln, obwohl die Eltern in Gefahr sind. Ich habe vor Sohail und anderen Leuten, die geflüchtet sind, sehr großen Respekt, weil sie so viel durchmachen mussten.

Er hat erzählt, dass in Afghanistan die Buben und die Mädchen in der Schule getrennt sind. Es geht nicht allen Menschen so gut wie uns. Die Lehrer in Afghanistan haben die Kinder mit dem Stock geschlagen, wenn sie einen Fehler gemacht haben. Als er ein Schüler war, gab es keinen Musikunterricht, weil Musik verboten war!

Sohail hat erzählt, dass er jetzt Lokführer ist oder so etwas Ähnliches (Anm.: Er arbeitet für eine Catering-Firma, als Zugbegleiter in Nachtzügen). Ich finde es erstaunlich, wie er so schnell Deutsch lernen konnte.

Ich habe ihn Tabla spielen gesehen und gehört. Die Tabla besteht hauptsächlich aus Holz und Ziegenhaut. Er hat erzählt, dass er schon seit 15 Jahren Tabla spielt. Ich habe es auch versucht, und es ist gar nicht so einfach. Ich habe gefühlt, wie er beim Spielen glücklich war. Er hat eine sehr guten Beat! Ich würde auch gerne Table spielen lernen, weil das sooo cool klingt!

Jetzt möchte ich noch wissen, warum die Frauen in Afghanistan blaue und schwarze Umhänge tragen. Und ich würde gern wissen, wie der Krieg angefangen hat und worum es eigentlich geht.

Das möchte ich Sohail noch wünschen:

Ich wünsche ihm ein schönes Leben in Österreich, und dass seine Wünsche in Erfüllung gehen. Er soll noch weiter sein Instrument spielen, weil er es sehr gut kann. Ich wünsche Sohail auf jeden Fall, dass es irgendeinen Weg gibt, wie er und seine Eltern wieder zusammen sind wie wir alle. Und ich wünsche ihm, dass er die österreichische Staatsbürgerschaft bekommt und in die Zukunft blicken kann. Und dass der Krieg in Afghanistan aufhört und er, wenn er will, wieder in sein Heimatland zurückkehren kann. Danke für deinen Besuch, Sohail!!!

Mag. Ilse Wolfram